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Die Teepflanze oder Camellia sinensis Erste Schritte der Zubereitung Zen & Tee Am Anfang kamen nur Privilegierte in den Genuss von Grüntee. Es gab ihn am Kaiserhof, in den Adelshäusern und Tempeln. Insbesondere die Mönche schätzten seine anregende Wirkung für ihre Meditationsübungen. Als sich die Beziehungen zwischen Japan und China politisch verschlechterten, kam auch das Teetrinken kurzfristig aus der Mode. Sein "comeback" hatte der Tee dann im 12. Jahrhundert, während der sogenannten Kamakura-Periode. Der Mönch Eisai hatte Samen des Teestrauchs von seinen Pilgerfahrten nach China mitgebracht und legte damit den Grundstein für den Teeanbau in Japan. Es war die Zeit der großen kaiserlichen Feldherren, der Shogune. Der japanische Kriegeradel der Samurai praktizierte eifrig den Zen-Buddhismus, um Konzentration und Gelassenheit im Kampf zu schulen. Und da die Zen-Lehre eng mit dem Teetrinken verknüpft war, fand auch diese Gewohnheit Eingang in die Praktiken der Samurai. |
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Zeit der Rückbesinnung |
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Kreativ |
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Japan zählt insgesamt 47 Präfekturen; dies sind administrative Einheiten ähnlich den deutschen Bundesländern mit einem eigenen regionalen Charakter. Nicht alle Präfekturen bieten ein Klima, das günstig für den Teeanbau ist. So befinden sich die meisten Teeplantagen in der Mitte und im Süden von Japan, also auf den Inseln Honshû und Kyûshû. Hier nun eine kurze Vorstellung der Anbaugebiete, aus denen die aktuellen Tees von Midori T. kommen: |
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Shizuoka-Präfektur Diese Präfektur befindet sich auf Honshû und bietet Superlativen in vielerlei Hinsicht. Shizuoka beheimatet nicht nur den majestätischen Fuji-san, mit 3776 m Japans höchsten Berg, sondern auch das größte Teeanbaugebiet Japans. Die 20.600 Hektar Anbaufläche entsprechen 41,4 % der Gesamtfläche, auf der in Japan Tee kultiviert wird. Die wichtigsten Teesorten sind Sencha, Fukamushicha und Gyokuro. |
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Kagoshima-Präfektur Diese Präfektur macht die südliche Hälfte der Insel Kyûshû aus und ist mit 8.300 Hektar Japans zweit größtes Anbaugebiet (16,7 %). Aufgrund der Südlage findet hier die erste Tee-Ernte des Landes statt. Bereits früh wurden in Kagoshima Pflückmaschinen für eine effiziente Tee-Ernte eingesetzt. Die Präfektur ist aber auch Pionier im kontrolliert biologischen Teeanbau und kultiviert eine Vielfalt an Tee-Strauchsorten. Die wichtigsten sind die Sträucher Yabukita (45%), Yutakamidori (30 %), Kanayamidori (5%) und Asatsuyu (4,7%). |
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Kyoto-Präfektur In der Präfektur der ehemaligen Kaiserstadt wird Tee auf 1.560 Hektar kultiviert, was 3,1 % der Gesamtanbaufläche entspricht. Kyoto ist ein historischer Ausgangspunkt für den Teeanbau in Japan. Denn der Legende nach pflanzte der buddhistische Mönch Myoue in der Stadt Uji Teesamen, die er vom Mönch Esai (1141-1215) erhalten hatte. Uji ist das Zentrum für den Anbau edler Teesorten wie Gyokuro und Matcha. |
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Herstellung: WIE WIRD GRÜNTEE HERGESTELLT? Die Herstellung von Grüntee ist in Japan ein vollautomatisierter Prozess. In zwei Produktionsstufen werden die frisch gepflückten Teeblätter in aufbrühbaren Tee verwandelt. Zunächst bringen die Teebauern ihre Ernte in Teefabriken, um sie dort zu dämpfen, zu rollen und zu trocknen. Der so gewonnene Rohtee wird nun in der zweiten Produktionsstufe gesiebt, getrocknet, gemischt und schließlich zum Verkauf abgepackt. Nachfolgend ein kurzer Einblick in die Herstellung von Grüntee am Beispiel der Sorte Sencha. |
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1. Produktionsstufe: Den Rohtee herstellen Pflücken |
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| Dämpfen Bereits nach wenigen Stunden werden die frischen Teeblätter auf ein Transportband gekippt und circa eine halbe Minute lang bei Temperaturen zwischen 80 und 90 Grad Celsius bedampft. Das Dämpfen reduziert den Wassergehalt der Blätter auf 75 %, macht sie geschmeidig und unterbricht vor allem die Fermentation. Dieser chemische Vorgang setzt bereits beim Pflücken ein und bewirkt, dass sich die Zellsäfte der Blätter mit dem Sauerstoff vermischen. Wird die Fermentation unterbunden, bewahren die Blätter ihre grüne Farbe und wertvollen Inhaltsstoffe wie z.B. die Vitamine A, B1, B2 und C, Koffein oder Polyphenole wie das Katechin EGCG. |
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Rollen & erstes Trocknen |
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| Im Lauf des gesamten Herstellvorgangs wird der Wassergehalt im Blatt schrittweise von 75 % auf 6 % herabgesetzt und die Blätter erhalten ihre charakteristische Nadelform. Damit ist der Aracha oder Rohtee gewonnen. Er kann nun auf „Aracha-Märkten“ zur weiteren Verarbeitung an die Teehändler verkauft werden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 2. Produktionsstufe: Den Feintee herstellen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Japan produziert ausschließlich Grüntee, also keinen Schwarztee, und das Jahresvolumen beträgt rund 90.000 Tonnen. Gemessen an der weltweiten Ausbringungsmenge von 3 Millionen Tonnen Tee erscheint das wenig. Grund hierfür ist die knappe Anbaufläche, da der Löwenanteil der Landesfläche Bergland ist. Außerdem verkauft das Land nur einen geringen Teil seiner Teeproduktion ins Ausland, wodurch Japantees auch in Deutschland vergleichsweise rar sind. Japantee gibt es in verschiedenen Sorten, die nach ihrer Zusammensetzung und Herstellmethode klassifiziert werden. Die geographische Lage der Teeplantage, die klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnisse aber auch Anbau- und Herstellverfahren bestimmen Geschmack, Aussehen und Qualität eines Tees. Erforschen Sie die Vielfalt von Grüntee und entdecken Sie Ihre Lieblingssorte(n)! |
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Eine Grobe Klassifzierung ist die Einteilung der Sorten nach Herstellverfahren. Hier gibt es zwei Basis-Methoden: Bedampfen: die Steaming-Methode Pfannenröstung: die Pan-Roasting-Methode |
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| Und nun die unterschiedlichen Sorten im Überblick: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Sencha DER japanischer Grüntee schlechthin, denn rund 75 % der gesamten Teeproduktion in Japan sind Sencha-Tees. Für diese Sorte werden Teeblätter der ersten Pflückung verarbeitet. Geerntet werden die beiden obersten Blätter der Teepflanze, wo die Wirkstoffe am stärksten konzentriert sind. Beim Sencha gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen, die mit Zusätzen wie "jô" = fein oder "tokujô" = extra-fein gekennzeichnet werden. Ein ausgewogener bitter-süßlicher Geschmack ist charakteristisch für den Sencha. |
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Fukamushi-Sencha / Fukamushicha Fukamushi bedeutet "tief bedampft" und bezeichnet einen Unterschied in der Herstellung: während beim normalen Sencha die frischen Teeblätter nur kurz bedampft werden, dauert dies beim Fukamushicha circa 2 Minuten lang. Das Resultat: die herb-bitteren Geschmacksstoffe werden abgeschwächt und der Tee schmeckt milder. |
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Gyokuro Gyokuro - der Champagner unter den Japantees! Wörtlich bedeutet das Wort Tautropfen - eine passende Bezeichnung für diese edle Teesorte. Das Blattgut stammt von Sträuchern, die vor der Ernte circa 2 Wochen lang mit Strohmatten abgedeckt werden. So bilden sich weniger Gerbstoffe (bitter!), die Blätter enthalten viel Chlorophyll und leuchten nahezu dunkelgrün. Charakteristisch für diesen Vollschattentee ist ein aromatisch-süßlicher Geschmack. Für besondere Gäste und Gelegenheiten! |
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Kabusecha Das japanische Wort kabuse oder Abdeckung bezeichnet die halb lichtdurchlässigen Netze, mit denen die Teesträucher vor der Ernte circa 10 Tage lang beschattet werden. Der Halbschattentee Kabusecha ähnelt damit dem Vollschattentee Gyokuro und ist auch geschmacklich zwischen Gyokuro und Sencha anzusiedeln. |
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Matcha Der Matcha ist der Tee der Japanischen Teezeremonie. Es handelt sich um ein Pulver von intensivem Grün, das in einem ganz eigenen Herstellprozess aus den zartesten Trieben der Teepflanze gewonnen wird. Gleich nach dem Sprießen werden die Triebe beschattet und nach dem Pflücken gedämpft und getrocknet. Die von Blattrippen und Stiel befreiten Blätter werden sodann in einer Steinmühle zu feinem Pulver zermahlen. Zur Zubereitung wird Matcha mit einem speziellen Teebesen in einer großen Teeschale mit heißem Wasser schaumig gerührt. Der Geschmack ist sehr intensiv und zartbitter. Matcha harmoniert wunderbar mit kleinen Süßigkeiten, die vor dem Trinken gegessen werden. |
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Bancha Im Japanischen bedeutet ban Reihenfolge. Als Namensbestandteil der Sorte Bancha meint das Wort, dass die Blättern erst später zum Pflücken an die Reihe kommen. Zwei Wochen nach der jeweiligen Haupternte für Tees wie Sencha werden die nachgewachsenen Blätter am Strauch gepflückt. Sie sind gröber und enthalten weniger Wirkstoffe. Ein weiterer Unterschied zum Sencha: im Bancha finden sich auch Stängelanteile - der Tee ist moderat aromatisch und preiswert. |
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Kukicha Diese Sorte ist ein Stängelblatttee, für den die unverholzten hellgrünen Teile der Sprossachse, der Stängel, Japanisch kuki, mit Sencha vermischt werden. Die niedrige Wirkstoffkonzentration macht den Kukicha zu einem koffeinarmen Tee, der sich gut für den Teegenuss am Abend oder für die Familie eignet. |
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Konacha Bei der Herstellung von Grüntee werden kleinere Blattpartikel ausgesiebt und dieses Pulver, Japanisch kona, wird für den Konacha verwendet. Er ist besonders leicht löslich und wird in Japan häufig in Sushi-Restaurants gereicht. |
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Houjicha ... von Japanisch hôjiru für Rösten, ist ein Tee aus bräunlichen Blättern. Die Verfärbung stammt von den hohen Temperaturen bei der Herstellung. Hôjicha wird heiß oder kalt getrunken und passt sehr gut zu Mahlzeiten. Wegen seines niedrigen Gehalts an Koffein und dem milden malzigen Geschmack eignet er sich besonders gut für Familien. |
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Genmaicha Für den Genmaicha werden Sencha, Bancha, aufgepoppter, unpolierter Reis, Japanisch genmai und Teepulver vermischt. Er hat eine leichte Röstnote und eignet sich gut als Alltagsgetränk. |
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Kamairicha Kamairicha (kama-iri-tscha gesprochen) ist ein Tee nach dem Pfannenröstverfahren. Charakteristisch ist eine toastige Note. |
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Tamaryokucha Für diese Sorte werden die Blätter zusätzlich zum Bedampfen kurz geröstet. Das verleiht dem Tamaryokucha eine toastige Note. Das Japanische tama bedeutet Edelstein oder Steinperle. Es wurde als Bezeichnung für diese Sorte gewählt, da die verarbeiteten Blätter eine leicht gekrümmte Form haben - ähnlich den historischen japanischen Krummjuwelen. |
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Und welches Teegeschirr ist das richtige? - Bancha, Genmaicha und Houjicha dagegen benötigen wegen der hohen Wassertemperatur dickwandiges Geschirr. Hier werden häufig größere Tassen und Kannen eingesetzt. - Für Gyokuro schließlich, dem Champagner unter den Japantees, gibt es traditioneller Weise kleine weiße Porzellantassen, in denen das edle Grün besonders brilliert. Und damit Sie nicht den Überblick verlieren, finden Sie im online-Katalog an verschiedenen Stellen Hinweise, welche Kännchen und Tassen sich für eine spezielle Teesorte eignen.Tipp: Für einen gleichmäßig starken Tee in mehreren Tassen, den Aufguss solange reihum in kleinen "Schlücken" ausschenken, bis alle Tassen gefüllt sind. Tee reagiert mit dem Sauerstoff der Luft und sollte darum auch nicht warm gehalten, sondern immer frisch aufgebrüht werden. |
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